Gefördert durch:

 

Jin Jim ist:
Daniel Manrique-Smith - C-, Alt-, Bassflöte
Johann May - E-Gitarre
Ben Tai Trawinski - Kontrabass
Nico Stallmann - Schlagzeug

 

2013 gründeten der peruanische Flötist Daniel Manrique-Smith, der Bassist Ben Tai Trawinski, der Gitarrist Johann May und der Schlagzeuger Nico Stallmann die Band Jin Jim. Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens wurden sie vom Publikum ins Finale des JazzTube Festivals in Bonn gewählt. Im Jahr darauf gewann das Quartett unter fast 200 Bewerbern den Wettbewerb Future Sounds" der Leverkusener Jazztage und veröffentlichte ihr erstes Album Die Ankunft". Ihr kometenhafter Aufstieg beruht auf der Innovation, die sie in ihre Musik einbringen. Latin, Jazz und Rock treffen hier mit maximaler Wirkung aufeinander. Das Repertoire der Band gibt die Richtung vor: "Rhythmisch hochkomplex und dennoch harmonisch zugänglich, mit Einflüssen von Flamenco über indische Musik bis hin zu Pop".

 

So wurde die Reihe "Young German Jazz" auf Jin Jim aufmerksam, eine Initiative von ACT, die sich der Förderung und dem Erfolg herausragender deutscher Nachwuchsmusiker widmet. 2016 gingen Jin Jim mit Unterstützung des Goethe-Instituts auf ihre erste große Tournee. Zunächst ging es nach Peru, in die Heimat von Daniel Manrique-Smith, im Herbst tourten sie durch fünf afrikanische Länder. 2017 war es dann soweit. "Wir hatten das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein", sagt Manrique-Smith. Dieser "richtige Ort" war das Festival Jazz Baltica, wo die vier auf der Hauptbühne auftraten. "Wir bekamen Standing Ovations. Ich hatte drei Tage lang Gänsehaut." Unter dem begeisterten Publikum war auch Siggi Loch von ACT, der Jin Jim bei seinem Label unter Vertrag nahm.

 

Im Februar 2018 gingen die beiden ins Studio, um "White Shadows" aufzunehmen. Jin Jim zeigten einmal mehr, wie ausgefeilt und individuell ihr Sound ist. Selten kommt eine junge Band so homogen daher.

 

Eine Erklärung dafür ist, dass Jin Jim zwar erst 2013 gegründet wurde, als alle vier Mitglieder um die 30 Jahre alt waren, die gemeinsamen Fäden, die sie verbinden, aber viel weiter zurückreichen. Trawinski stammt aus einer musikbegeisterten Familie mit Vorfahren in Polen und Kroatien und spielte Gitarre, Flöte, Klavier und Gesang, bevor er den Bass zu seinem Instrument machte. May ist ein Musiker, dessen intensive Beschäftigung mit lateinamerikanischer Musik durch einen Studienaufenthalt in Havanna vertieft wurde. Stallmann spielte Schlagzeug in verschiedenen Bands von Folk über Rock'n'Roll bis zu modernem Jazz und Weltmusik und wirkte bei Tanz- und Theaterproduktionen mit. Alle drei studierten am Arnheimer Konservatorium in den Niederlanden und spielen seitdem zusammen. Diese Gemeinsamkeiten erklären die Selbstverständlichkeit, mit der May, Trawinski und Stallmann das rhythmische Fundament für komplexe, schnelle und knifflige Stücke wie "Duende" oder "Mankafiza" legen und der Flöte von Daniel Manrique-Smith freien Lauf lassen.

 

Die Flöte ist im Jazz ein seltenes Instrument, das meist nur gelegentlich eingesetzt wird, um eine zusätzliche Klangfarbe hinzuzufügen. In Jin Jim geht ihre Funktion weit darüber hinaus: Sie übernimmt die solistische Hauptrolle. Manrique-Smith, der in Frankfurt und an der Kölner Musikhochschule studierte, bevor er mit Stars wie Dee Dee Bridgewater, Samuel Rohrer und Halo Schifrin auftrat, spielt das Instrument äußerst virtuos und vielseitig. In "White Shadows" vereint er eine ganze Reihe von Ausdrucksmöglichkeiten, vom silbrigen klassischen Ton über den konsequent leicht gehauchten Anschlag und die leuchtenden Farben Lateinamerikas bis hin zu völlig ungezähmten Jazz-Soli. Und wenn Manrique-Smith in sein Instrument summt, bläst und singt, könnte Ian Anderson von Jethro Tull im Raum stehen.

 

Und das ist noch nicht alles. Nicht nur mit Stallmanns wuchtigen Drumbeats, sondern auch mit Mays hymnischem Core-Gitarrensound (vor allem in "Dreaming", verstärkt durch den Gesang, der im Kontext wirklich funktioniert, und durch Verzerrer-Episoden, in denen er es fast ins Heavy-Meta hochschraubt) werden die guten Tage des Art-Rock wiedergeboren. Das ist neue Musik für den Bauch - und die Füße - ganz im Geiste des Jazz. Jin Jim sind auf dem richtigen Weg.

Jin Jim - jazz-fun.de - Magazin für Jazz Musik